Landespolitik

 

Rheinland-Pfalz ist mit vier Millionen Einwohnern ein kleines Bundesland. Politisch gesehen wird es hier aber nicht langweilig.  

Christian Buttkereit mit Malu Dreyer,  ©  Peter Pulkowski / Staatskanzlei Rheinland-Pfalz

Als ich meine Tätigkeit in der landespolitischen Hörfunkredaktion des SWR in Mainz aufnahm, regierte Kurt Beck mit seiner SPD mit absoluter Mehrheit und eine Hörfunkredaktion war absolut nicht mehr und nicht weniger als eine Hörfunkredaktion.Inzwischen ist all das Geschichte. Die SPD musste sich einen Koalitionspartner suchen, was in diesem Fall zur ersten rot-grünen Regierung in Rheinland-Pfalz führte.
Christian Buttkereit mit Kurt Beck, Christian Buttkereit  mit Malu Dreyer,  ©  Piel-Media / Staatskanzlei Rheinland-Pfalz  

Kurt Beck trat in Folge der Nürburgring-Affäre 2013 als Ministerpräsident zurück und seine Nachfolgerin Malu Dreyer muss bei der nächsten Landtagswahl im März 2016 um die rot-grüne Mehrheit bangen.

Für die CDU ist eine jahrelange Phase der Hoffnungslosigkeit in der Daueropposition zu Ende gegangen, seitdem die ehemalige Weinkönigin und Staatssekretärin im Bundesverbraucherschutzministerium, Julia Klöckner, Partei- und Fraktionsführung übernommen hat. Klöckner einte die zerstrittene Fraktion, führte die CDU bei der Landtagswahl 2011 bis knapp an das SPD-Ergebnis und erhebt den Anspruch, nächste Ministerpräsidentin von Rheinland-Pfalz zu werden. Gut möglich, dass auch dies nur ein Zwischenschritt auf der politischen Karriereleiter ist. Als stellvertretende CDU-Bundesvorsitzende ist Klöckner in Berlin gut vernetzt, ihr Draht zu Angela Merkel soll gut sein. Kommt die nächste Bundeskanzlerin vielleicht aus Rheinland-Pfalz? Wer weiß. Klöckner ist jung und kann sich deshalb Zeit lassen.
So wie in der Politik viel in Bewegung ist, so ist es auch in der politischen Berichterstattung. Die ehemalige Hörfunkredaktion ist inzwischen in den Trimedialen Nachrichten aufgegangen, ist also eng verknüpft mit Fernseh- und Onlineredaktion. Recherchen werden gemeinsam angepackt, Interviews der Landesschau Aktuell auch für den Hörfunk genutzt. Im Gegenzug geben wir Radiokollegen als Experten der landespolitischen Szene auch schon mal Fernsehinterviews. Seit Beginn dieses Modells der Trimedialen Nachrichten teile ich mir mit einem Kollegen die Funktion des Redakteurs vom Dienst. Das heißt, ich bin sowohl für die Vernetzung und den Informationsaustausch zwischen den einzelnen Medien verantwortlich, als auch für die Arbeitsorganisation innerhalb der Redaktion.
Da Landespolitik nicht nur am Schreibtisch stattfindet, gehören regelmäßige Vorort-Recherchen und Besuche im Landtag oder die Berichterstattung von Parteitagen zum Arbeitsalltag. Nicht alltäglich aber umso spannender ist es, wenn Landespolitik außerhalb des Landes stattfindet. So hatte ich bereits das Vergnügen Kurt Beck und Malu Dreyer jeweils einmal eine Woche auf einer Reise durch China begleiten zu dürfen. Mit Dreyer und Innenminister Roger Lewentz reiste ich durch das afrikanische Partnerland Ruanda. Ausgestattet mit Hörfunkausrüstung, Fernsehkamera und Blogger-Auftrag durfte ich auf diesen Reisen Trimedialität ganz konsequent leben.

 

 
 
   


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