Landespolitik:

Rheinland-Pfalz ist mit vier Millionen Einwohnern ein kleines Bundesland. Politisch gesehen wird es hier aber nicht langweilig. Als ich meine Tätigkeit in der landespolitischen Hörfunkredaktion des SWR in Mainz aufnahm, regierte Kurt Beck mit seiner SPD mit absoluter Mehrheit und eine Hörfunkredaktion war absolut nicht mehr und nicht weniger als eine Hörfunkredaktion. Inzwischen ist all das Geschichte. Die SPD musste sich einen Koalitionspartner suchen, was in diesem Fall zur ersten rot-grünen Regierung in Rheinland-Pfalz führte. Kurt Beck trat in Folge der Nürburgring-Affäre 2013 als Ministerpräsident zurück und seine Nachfolgerin Malu Dreyer muss bei der nächsten Landtagswahl im März 2016 um die rot-grüne Mehrheit bangen. Für die CDU ist eine jahrelange Phase der Hoffnungslosigkeit in der Daueropposition zu Ende gegangen, seitdem die ehemalige Weinkönigin und Staatssekretärin im Bundesverbraucherschutzministerium, Julia Klöckner, Partei- und Fraktionsführung übernommen hat. Klöckner einte die zerstrittene Fraktion, führte die CDU bei der Landtagswahl 2011 bis knapp an das SPD-Ergebnis und erhob den Anspruch, nächste Ministerpräsidentin von Rheinland-Pfalz zu werden. Das wurde sie nicht sondern wechselnte nach einer weiteren verlorenen Labdtagswahl als Bundeslandwirtschaftsministerin nach Berlin. So wie in der Politik viel in Bewegung ist, so ist es auch in der politischen Berichterstattung. Die ehemalige Hörfunkredaktion ist inzwischen in den Trimedialen Nachrichten aufgegangen, ist also eng verknüpft mit Fernseh- und Onlineredaktion. Recherchen werden gemeinsam angepackt, Interviews in den Fersehnachrichten Rheinland-Pfalz Aktuell der Landesschau Aktuell auch für den Hörfunk genutzt. Im Gegenzug geben wir Radiokollegen als Experten der landespolitischen Szene auch schon mal Fernsehinterviews. Mit Beginn dieses Modells der Trimedialen Nachrichten teilte ich mir mit einem Kollegen die Funktion des Redakteurs vom Dienst. Das heißt, ich war sowohl für die Vernetzung und den Informationsaustausch zwischen den einzelnen Medien verantwortlich, als auch für die Arbeitsorganisation innerhalb der Redaktion. Da Landespolitik nicht nur am Schreibtisch stattfindet, gehören regelmäßige Vorort-Recherchen und Besuche im Landtag oder die Berichterstattung von Parteitagen zum Arbeitsalltag. Nicht alltäglich aber umso spannender ist es, wenn Landespolitik außerhalb des Landes stattfindet. So hatte ich bereits das Vergnügen Kurt Beck und Malu Dreyer jeweils einmal eine Woche auf einer Reise durch China begleiten zu dürfen. Mit Dreyer und Innenminister Roger Lewentz reiste ich durch das afrikanische Partnerland Ruanda. Ausgestattet mit Hörfunkausrüstung, Fernsehkamera und Blogger-Auftrag durfte ich auf diesen Reisen Trimedialität ganz konsequent leben. Nach meiner Rückkehr in die landespolitische Redaktion Ende 2021 hatte Malu Dreyer bereits ihre erste Ampelkoalition aus SPD, Grünen und FDP hinter sich und hatte erneut eine Mehrheit errungen, um mit einer Neuauflage der Ampel weiterzuregieren. Dazwischen lag aber auch eine Bundestagswahl, an deren Ende auch eine Ampel-Regierung in Berlin stand. Der frühere rheinland-pfälzische Wirtschaftsminister Volker Wissing von der FDP wurde neuer Bundesverkehrsminister und für die Grünen wechselte die frühere Landesumweltministerin Anne Spiegel von den Grünen ins Kabinett von Olaf Scholz. Rheinland-Pfalz bekam nicht nur eine Reihe neuer Minister:innen, sondern auch das Parlament wuchs mit dem Einzug der Freien Wähler auf sechs Fraktionen. In meiner landespolitischen Berichterstattung geht es seitdem unter anderem um die politische Aufarbeitung der Flutkatastrophe im Ahrtal vom Sommer 2021 und die Umsetzung der Energiewende.

 

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